Copywriting Anne Hofmann

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SEO und SEA öffnen Türen. Mehr nicht.

Warum gute Angebote oft nicht ankommen

 

Stell dir vor, du suchst ein Café.
Google zeigt dir den Weg.
Draußen sieht es genau nach dem Café aus, das du suchst.

Du gehst rein.
Und merkst sofort: Das passt gerade nicht.

Nicht wegen des Kaffees.
Sondern wegen des Gefühls.

Zu laut.
Zu viel.
Keine Orientierung.

Du gehst wieder.

Nicht, weil du keinen Kaffee wolltest.
Sondern weil dieser Ort dir in diesem Moment nicht das gegeben hat, was du gebraucht hast.

Genau so wirkt Kommunikation.

 

Gute Auffindbarkeit ist nicht das gleiche wie Wirkung

SEO und SEA öffnen Türen. Mehr nicht.

Sie sorgen dafür, dass Menschen den Weg zu einer Seite finden.
Sie sind Wegweiser.
Hinweise.
Einladungen.

Aber sie führen keine Gespräche.
Sie bauen kein Vertrauen auf.
Sie erklären nichts.
Sie halten niemanden.

All das leistet allein der Inhalt.

Und genau hier scheitern viele Seiten.
Trotz guter Rankings, hoher Klickzahlen und sauberer Kampagnen.

 

Die eigentliche Entscheidung fällt nach dem Klick

Der entscheidende Moment ist nicht der Suchbegriff.
Nicht die Anzeige.
Nicht der Klick.

Er liegt in den ersten Sekunden auf der Seite.

Bleibe ich hier?
Oder nicht?

Diese Entscheidung ist selten rational.
Sie ist eine Reaktion auf Ton, Struktur und Ansprache.

Fühle ich mich hier richtig?
Oder werde ich zu etwas aufgefordert, bevor ich innerlich so weit bin?

Wenn Inhalte diesen Moment verfehlen, entsteht Widerstand.
Und dann sind Menschen wieder weg.
Ohne Kontakt.
Ohne Rückfrage.
Ohne Entscheidung.

 

Warum sich das gerade verstärkt

Ein zusätzlicher Faktor kommt hinzu:

Immer mehr Menschen nutzen KI-gestützte Suche, um sich vorab zu informieren.
Sie kommen nicht mehr mit einer völlig offenen Frage auf eine Website.
Sondern mit einem ersten Verständnis des Themas.

Das verändert den Wissensstand, mit dem gelesen wird.
Und damit auch die Erwartungen an Inhalte.

Texte müssen heute weniger „von vorn anfangen“
und stärker dort ansetzen, wo Menschen gedanklich bereits stehen.

 

Ein Beispiel: richtiger Inhalt, falscher Zeitpunkt

Ein Mensch landet auf einer Website,
weil er sich grundsätzlich für ein Thema interessiert.

Er möchte verstehen, ob das Angebot für ihn relevant ist.

Was er zuerst liest:

Unsere Lösung ist effizient, nachhaltig und vielfach erprobt
Jetzt Angebot anfordern
Kontakt aufnehmen

Innerlich passiert:
Ich weiß noch nicht genug, um das zu entscheiden.

Er scrollt.
Und geht.


Was derselbe Mensch zuerst gebraucht hätte:

Vielleicht fragen Sie sich gerade,
ob dieses Thema für Sie relevant ist
und welche Rolle es in Ihrem Kontext spielen kann.

Diese Seite gibt Ihnen eine erste Einordnung.

Es wird nichts verkauft.
Aber etwas Entscheidendes passiert:
Der Leser bleibt.

Der Unterschied liegt nicht im Angebot.
Sondern im Zeitpunkt.

 

Unterschiedliche Entscheidungsphasen brauchen unterschiedliche Inhalte

Ein häufiger Fehler:

Eine Seite soll alles gleichzeitig leisten.
Erklären für Unentschlossene.
Überzeugen für Vergleichende.
Abschließen für Entscheidungsnahe.

Das ist, als würde ein Raum gleichzeitig
Warteraum, Beratungszimmer und Kasse sein wollen.

Gut gemeint.
Aber selten hilfreich.

Menschen kommen mit unterschiedlichen Erwartungen.
Und diese Erwartungen verdienen Klarheit.

 

Warum das auch wirtschaftlich relevant ist

Wenn Menschen eine Seite früh wieder verlassen,
liegt das selten am Angebot.

Sondern daran, dass der Inhalt ihren Entscheidungsstand verfehlt.

Das zeigt sich ganz konkret in:

  • höheren Absprungraten

  • geringerer Verweildauer

  • sinkenden Conversion Rates

SEO und SEA können das nicht ausgleichen.
Sie bringen nur mehr Menschen an denselben Punkt.

Empathischer Content wirkt anders.
Er sorgt dafür, dass vorhandener Traffic wirken kann.

 

Der eigentliche Hebel

Gerade bei erklärungsbedürftigen, nachhaltigen oder sensiblen Angeboten
sind Entscheidungen selten impulsiv.

Hier funktioniert kein Druck.
Keine künstliche Dringlichkeit.
Kein Marketinglärm.

Was funktioniert, ist Orientierung.
Ruhe.
Und Sprache, die den Leser nicht weiterzieht, als er innerlich gehen kann.

Gute Texte helfen Menschen nicht, schneller zu entscheiden.
Sondern informierte Entscheidungen ohne Druck zu treffen.

 

Ein letzter Perspektivwechsel

Vielleicht lohnt es sich, die eigene Website
nicht als Verkaufsfläche zu betrachten.

Sondern als Raum.

Und sich ehrlich zu fragen:
Findet der Mensch hier das, was er in diesem Moment braucht,
um weiterzugehen, oder zumindest zu bleiben?

Denn SEO, SEA und KI-gestützte Suche
bringen Menschen an unterschiedliche Punkte.

Ob sie bleiben und Vertrauen fassen,
entscheidet immer derselbe Faktor:

Der Inhalt.

Nicht lauter.
Sondern klarer.

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