Wie werden echte Experten in der KI-Suche gefunden, wenn niemand mehr auf Websites klickt?
„Anne, hast du das eigentlich auf dem Schirm? Überall liest man, dass durch die KI die Klickzahlen im Netz einbrechen. Werden wir jetzt unsichtbar?“
Solche Nachrichten landen im Moment immer öfter in meinem Postfach. Die Schlagzeilen sorgen für echte Verunsicherung. Wenn ich diese Sorgen lese, möchte ich am liebsten erst mal virtuell Kamillentee ausschenken und sagen: „So schlimm, wie es gerade klingt, mu
Ja, das Verhalten der Nutzer im Netz verändert sich. Und ja, das kann Auswirkungen auf die Besucherzahlen deiner Website haben.
Aber weniger Klicks bedeuten nicht automatisch, dass dein Unternehmen unsichtbar wird.
Es bedeutet vor allem, dass wir genauer hinschauen müssen, wo Sichtbarkeit entsteht und was sie deinem Unternehmen tatsächlich bringt.
Warum sich die Suche verändert und warum ich darin eine Chance sehe
Wenn du schnell etwas wissen willst, fragst du wahrscheinlich auch immer öfter ChatGPT oder Perplexity.
Und mal ehrlich: Wie oft klickst du danach noch auf die Websites, die die Antwort geliefert haben?
Ich jedenfalls immer seltener.
Die Antwort steht längst vor mir. Warum sollte ich noch zehn Tabs öffnen?
Genau das verändert die Suche. KI-Systeme und Suchmaschinen beantworten viele Fragen direkt. Nutzer bekommen Informationen, ohne dafür zwingend eine Website besuchen zu müssen. Das wird häufig unter dem Begriff „Zero-Click-Suche“ zusammengefasst.
Wer jetzt nur auf sinkende Besucherzahlen schaut, bekommt schnell weiche Knie. Aber genau hier lohnt sich ein zweiter Blick.
Weniger Klicks können bedeuten, dass Menschen ihre Antwort bereits gefunden haben. Sie können aber auch bedeuten, dass deine Inhalte seltener angezeigt werden oder andere Anbieter die Aufmerksamkeit bekommen.
Deshalb sollten wir Klickzahlen nicht einfach für unwichtig erklären. Wir müssen sie im Zusammenhang betrachten.
Und trotzdem sehe ich in der Entwicklung eine echte Chance.
Jahrelang hatte ich das Gefühl, im Online-Marketing gewinnt oft derjenige, der am lautesten trommelt, die schrillste Überschrift schreibt oder den nächsten SEO-Trick aus dem Ärmel schüttelt.
Vielleicht wird es jetzt wichtiger, einen verdammt guten Job zu machen und diesen auf der eigenen Website so zu zeigen, dass Menschen und KI-Systeme verstehen, wofür du stehst.
Darauf würde ich jedenfalls lieber setzen als auf das nächste Megafon.
Sichtbarkeit in der KI-Suche: Was bedeutet das für Unternehmen?
Wenn ein KI-System eine Frage beantwortet, kann es Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen. Je nach System und Suchanfrage werden dabei auch Websites als Quellen genannt oder verlinkt.
Für Unternehmen entsteht dadurch eine zusätzliche Möglichkeit, sichtbar zu werden.
Stell dir vor, jemand fragt nach einer guten Content-Strategie für ein kleines Unternehmen. Die KI erklärt verschiedene Ansätze und verweist dabei auf einen hilfreichen Artikel deiner Website.
Vielleicht klickt dieser Mensch nicht sofort auf deinen Link. Vielleicht merkt er sich aber deinen Namen, begegnet dir später wieder oder besucht deine Website, wenn er konkrete Unterstützung benötigt.
Das ist eine andere Form von Sichtbarkeit als der klassische Websitebesuch.
Sie kann wertvoll sein. Sie ist aber weder garantiert noch automatisch messbar.
KI-Systeme wählen ihre Quellen nicht einfach danach aus, wer die meiste Erfahrung hat oder die besten Texte schreibt. Welche Inhalte auftauchen, hängt unter anderem von der Suchanfrage, dem jeweiligen System, der Auffindbarkeit und den verfügbaren Quellen ab.
Trotzdem lohnt es sich, Inhalte zu veröffentlichen, die konkrete Fragen beantworten, nachvollziehbar sind und eigene Erfahrungen enthalten. Nicht, weil eine KI dafür automatisch einen Orden verleiht. Sondern weil solche Inhalte für Menschen nützlich sind und von Suchsystemen besser eingeordnet werden können.
Was bedeutet das konkret für deine Website?
Die gute Nachricht: Du musst dein Marketing nicht komplett umkrempeln. Vieles, was für klassische Suchmaschinen und deine Leser wichtig ist, bleibt auch für die KI-Suche relevant.
Entscheidend ist, dass deine Website nicht nur gut aussieht, sondern auch verständlich macht, was du anbietest, für wen du arbeitest und welche Fragen du beantworten kannst.
Beantworte die Fragen deiner Kunden
Nicht nur die Fragen, die du selbst interessant findest. Sondern auch die, die dir im Kundengespräch immer wieder begegnen.
Was kostet deine Leistung? Wie läuft die Zusammenarbeit ab? Welche Lösung passt zu welchem Problem? Was sollte jemand wissen, bevor er eine Entscheidung trifft?
Solche Fragen verdienen klare Antworten. Ohne dass sich der Leser erst durch drei Absätze Unternehmensphilosophie kämpfen muss.
Zeige, was du tatsächlich erlebt und gemacht hast
Eigene Projekte, Entscheidungen, Herausforderungen und konkrete Beispiele machen deine Inhalte unverwechselbarer.
Nicht jeder Erfahrungsbericht muss eine große Erfolgsgeschichte sein. Manchmal ist gerade interessant, warum etwas nicht funktioniert hat und was du daraus gelernt hast.
Eine KI kann solche Informationen verarbeiten und zusammenfassen. Die konkrete Erfahrung dahinter musst du allerdings selbst einbringen.
Mach deine Botschaft verständlich
Wenn du selbst nicht klar sagen kannst, was dein Unternehmen anbietet und für wen es relevant ist, wird es auch für andere schwierig.
Das gilt für Menschen genauso wie für Suchsysteme.
Klare Überschriften, nachvollziehbare Strukturen und verständliche Texte helfen dabei, Inhalte einzuordnen. Fachbegriffe dürfen natürlich vorkommen. Sie sollten nur nicht die eigentliche Aussage unter sich begraben.
Und ganz wichtig: Klassisches SEO bleibt Teil dieser Arbeit. Eine technisch zugängliche Website, sinnvolle interne Verlinkungen und Inhalte, die zur Suchintention passen, sind weiterhin relevant. GEO ersetzt SEO nicht, sondern ergänzt es.
Woran erkennst du, ob deine KI-Sichtbarkeit wächst?
Hier wird es etwas komplizierter als bei den klassischen Klickzahlen.
In der Google Search Console kannst du sehen, über welche Suchanfragen deine Website Impressionen und Klicks erhält. Auch Zugriffe aus KI-gestützten Suchfunktionen können in den entsprechenden Suchberichten enthalten sein. Eine vollständige Übersicht darüber, wie oft dein Unternehmen in sämtlichen KI-Systemen erwähnt wird, bekommst du dort allerdings nicht.
Zusätzlich kannst du beobachten, ob Besucher über KI-Dienste auf deine Website gelangen, ob dein Markenname häufiger gesucht wird und ob Anfragen entstehen, bei denen Menschen bereits mit deinem Angebot vertraut sind.
Auch gezielte Testfragen an ChatGPT, Perplexity oder andere Systeme können interessant sein. Sie zeigen dir, wie dein Unternehmen bei bestimmten Fragen erscheint und welche Quellen genannt werden.
Aber Vorsicht: Eine einzelne Antwort ist nur eine Momentaufnahme. Sie kann sich je nach Formulierung, Zeitpunkt und System verändern. Daraus lässt sich noch kein verlässliches Ranking ableiten.
Wenn du deine Sichtbarkeit ernsthaft beobachten möchtest, solltest du deshalb mehrere Signale zusammen betrachten. Klicks, Impressionen, KI-Erwähnungen, Markenanfragen und vor allem die Frage, ob daraus passende Kontakte und Aufträge entstehen.
Denn am Ende bringt dir auch die schönste KI-Erwähnung wenig, wenn niemand versteht, was du eigentlich anbietest.
Die beste Nachricht seit Langem?
Vielleicht ist das gerade eine große Chance für Unternehmen, die ihr Handwerk wirklich beherrschen.
Nicht, weil der laute Marketing-Zirkus plötzlich verschwindet. Der wird vermutlich noch eine ganze Weile seine Megafone schwingen.
Sondern weil es zusätzliche Wege gibt, mit hilfreichen Inhalten sichtbar zu werden.
Du musst nicht jeden Tag versuchen, das lauteste Megafon in die Hand zu bekommen. Du brauchst eine Website, die zeigt, warum du gut in dem bist, was du tust. Und Inhalte, die Menschen bei ihren Fragen tatsächlich weiterhelfen.
Ob daraus ein Klick, eine KI-Erwähnung, eine Markenanfrage oder ein Auftrag entsteht, lässt sich nicht immer sofort zuordnen.
Aber genau deshalb sollten wir aufhören, Erfolg nur an einer einzigen Zahl festzumachen.
Den Kamillentee können wir also getrost wieder wegstellen. Für die Sektgläser ist es vielleicht noch ein bisschen früh.
Aber ich finde, wir dürfen durchaus optimistisch sein.
Denn vielleicht bekommt im Internet künftig öfter derjenige Aufmerksamkeit, der seinen Kunden wirklich etwas zu sagen hat.
Und das wäre doch mal eine Entwicklung, auf die man anstoßen könnte.
FAQ – Kurz nachgefragt
Wie erfahre ich, ob meine Website in der KI-Suche sichtbar ist?
Du kannst gezielte Fragen zu deinem Fachgebiet und deinem Angebot in verschiedenen KI-Systemen stellen und beobachten, ob dein Unternehmen oder deine Inhalte genannt werden. Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Ergänzend helfen dir die Google Search Console, Website-Analysen, Markenanfragen und gegebenenfalls spezialisierte Monitoring-Tools. Eine vollständige und einheitliche Messung über alle KI-Systeme hinweg gibt es derzeit nicht.
Muss ich meine komplette Website umbauen, um für die KI-Suche sichtbar zu bleiben?
Nein. Ein kompletter Neustart ist selten nötig. Häufig ist es sinnvoller, vorhandene Inhalte zu prüfen und gezielt zu verbessern. Klare Strukturen, verständliche Texte, konkrete Antworten und eigene Praxiserfahrungen helfen sowohl deinen Besuchern als auch Suchsystemen. Wichtig bleibt außerdem, dass deine Website technisch zugänglich und für Suchmaschinen indexierbar ist.
Sind Klickzahlen durch KI-Suche jetzt unwichtig geworden?
Nein. Klicks bleiben ein wichtiger Hinweis darauf, ob Menschen deine Website besuchen. Sie erzählen aber nicht die ganze Geschichte. Auch Markenbekanntheit, KI-Erwähnungen, passende Anfragen und tatsächliche Aufträge können zeigen, ob deine Inhalte wirken. Entscheidend ist, welche Ziele du mit deiner Website erreichen möchtest.
Wie kann ich meine Sichtbarkeit in der KI-Suche verbessern?
Beginne mit den Fragen deiner Zielgruppe. Erstelle Inhalte, die diese Fragen verständlich und fundiert beantworten, und ergänze sie durch konkrete Beispiele aus deiner Arbeit. Achte auf eine klare Website-Struktur, sinnvolle interne Verlinkungen und eine technisch saubere Grundlage. SEO und GEO sollten dabei zusammenspielen. Eine Garantie, dass KI-Systeme deine Inhalte zitieren, gibt es allerdings nicht.